Unglaublich – 365 Tage sind um und die 365-in-365-Challenge ist nun zu Ende gegangen. Heute berichte ich euch über die Erkenntnisse (nicht nur des letzten Monat) der Challenge und verrate, wie es nun mit dem Ausmisten und dem Reduzieren im Hause Edler weiter gehen wird.
Aber starten wir mit dem letzten, zwölften, Monat der Challenge. Zwischen 16.10.2025 und 15.11.2025 haben 159 Gegenstände unser Zuhause verlassen:
- 25 Magnete
- 43 Bücher (davon drei verkauft)
- 1 magnetisches Lesezeichen
- 4 Spiele (verkauft)
- 2 Puzzles (verkauft)
- 1 Box mit 100 Buchstabenmagneten (verkauft)
- 47 Büroartikel (Kugelschreiber, Bleistifte, sonstige Stifte, Dokumentenmäppchen…)
- 12 Kosmetikartikel (davon einen verkauft)
- 1 Ring (verkauft)
- 4 Ketten (Schmuck)
- 5 Geschenke
- 1 zweiteiliges Küchenset
- 1 Nudelmaschine (verkauft)
- 1 Geschenkbox
- 1 Mantel (verkauft)
- 7 Schuheinlagen
- 3 Zeitschriften
Sehr starke Motivation brachten mir die Videos von Stefany Fuson*, die – wie sie selbst sagt – aus Trash Cash macht. Ob sie euch auch motivieren kann, weiß ich nicht, aber bei vielen Sachen, die sie verkaufte, dachte ich, „Oh, so etwas (Ähnliches) haben wir auch, das liegt dort und dort, wir benutzen es nicht, brauchen es nicht, also weg damit.“ Sie motivierte mich auch, mehr als nur die „großen“ Sachen online zu stellen (wobei es sich – mit Ausnahme von Spielen – überwiegend nur „Großes“ verkauft hat). Ich finde es faszinierend, dass es (zumindest in den USA) Leute gibt, die vom thrifting** – und darüber auf YouTube berichten – ihren Lebensunterhalt bestreiten (und das offiziell – sie zahlen auch Steuern auf die Einkünfte).
Die Gegenstände, die ich hauptsächlich über www.willhaben.at verkaufen konnte, brachten uns keine Gewinne – wir haben damit lediglich die Verluste minimiert. Alle diese verkauften Sachen haben wir mindestens um den doppelten Verkaufspreis gekauft. Manches (Minderheit) waren Geschenke oder Goodies, für die wir keine Verwendung in den Wochen oder gar Monaten vor dem Verkauf gefunden haben:
- Die Spiele waren teilweise noch original verpackt und haben sich wunderbar (online und in der Firma) verkauft.
- Den Schmuck (in der Gesamtaufstellung unten als „Accessoires“ zu finden) habe ich schon lange (teilweise seit dem ersten Lockdown?) nicht mehr getragen. Ein Teil wurde verkauft, ein Teil verschenkt.
- Stifte, wie Kugelschreiber, habe ich nach einem Video von Stefany Fuson aussortiert (sie hat einige erfolgreich verkaufen (!) können – ich habe meine Exemplare verschenkt, gespendet oder entsorgt).
- Den einen Mantel habe ich online verkauft – er war mein bisher teuerster Artikel. Er hat 200 Euro gekostet, hatte noch einen Preisschild, ich verlangte und bekam 100 Euro dafür. Verlust von 50%. Gewinn von Platz. Und ein Silent ToDo (…du wolltest ihn tragen, sobald du wieder abgenommen hast…) weniger.
- Die Nudelmachine kauften wir im ersten (?) Lockdown. Nie verwendet. Für 40 Euro verkauft. Verlust von mindestens 50%. Auch damit haben wir jetzt mehr Platz und weniger schlechtes Gewissen (…weil wir doch nie Nudeln selbst gemacht haben…).
- Die (Kühlschrank-)Magnete haben wir aussortiert, nachdem wir beschlossen haben, dass auf unserem neuen Kühlschrank nichts drauf hängen soll. Das soll zur Ordnung beitragen. Unsere Nachbarn erwähnten zufällig, dass sie Magnete für ihre Magnetwände brauchen – perfektes Timing! (Einige Zeit danach habe ich dieses Video von The Minimal Mom geschaut, wo sie die gleiche Sicht auf Ordnung auf dem Kühlschrank teilt.)
Ein Teil der Verkäufe waren mit Versand, für den ich bereits zuhause verfügbare Verpackungsmaterialien recycelt habe: Ob Boxen, (Luftpolster-)Folie, Füllmaterial – ich habe nichts kaufen müssen. (Den einen Karton für den Mantel habe ich aus unserem Altpapiercontainer „gefischt“.) Für den Versand war die Postfiliale in der Wipplingerstraße, „um die Ecke“ von meinem Büro äußerst praktisch – sie hat leider mit Ende Oktober 2025 zugesperrt.
Eine Unterstützung, vor allem im letzten Monat, waren auch diese beiden Körbe:

Mein Mann las in einem Buch (ich glaube, es war „simplify your life (R) Haushalt“ vom Ehepaar Küstenmacher) den Tipp, dass man in jedem Raum einen leeren Korb stehen haben sollte. Darin sollte man Sachen sammeln, die sich nicht auf ihrem Platz befinden (auch, weil sie keinen eigenen Platz haben). Man soll sie dann richtig ablegen, sich einen neuen Platz für sie überlegen – oder entsorgen. Ich bin gegen einen Korb in jedem Raum (wo sollen sie denn stehen? Und tragen sie nicht eher zur Unordnung bei?), aber ich gehe nun regelmäßig durch die Wohnung durch und sammle Sachen, die 1) sich tatsächlich am falschen Ort befinden und 2) die damit aussortiert wurden und im nächsten Schritt i) online zum Verkauf angeboten oder ii) verschenkt oder iii) gespendet oder iv) entsorgt werden. Die beiden Körbe haben eine für mich ideale Größe (oben gemessen sind sie ca. 37cm x 28cm groß) – sie sind nicht zu groß (sie stehen somit nicht im Weg und die gesammelten Dinge müssen relativ rasch weiterwandern) und gleichzeitig nicht zu klein (sodass doch Einiges drinnen Platz hat) – und wenn sie mal leer sind, lassen sie sich stapeln (und nehmen so weniger Platz in der Wohnung ein).
In Summe haben wir in den zwölf Monaten 1.182*** Sachen aussortiert.
Das ist mehr als das Dreifache (=1.095) des ursprünglichen Ziels (=365). Wir haben die 1.000-Marke geknackt und haben durchschnittlich knapp 100 (genau 98,5) Gegenstände pro Monat entsorgt.
Dass Zeitschriften und Damenbekleidung (Socken ;-)!) zu den am meisten aussortierten gehören werden, damit habe ich gerechnet. Das Endergebnis nach Kategorie hat mich aber doch überrascht:

Dass das „Büromaterial“ (Kuverts, Stifte etc.) den Platz eins belegen wird und dass es in Summe doch 95 (!) Bücher geworden sind (Platz vier!), hat mich voll überrascht.
Der letzte Monat der Challenge war der Top Dritte – dass er Top Drei sein wird, damit habe ich gerechnet. Ich dachte aber, dass es vielleicht sogar für Platz eins oder eventuell zwei reichen wird. Motiviert hat mich die Tatsache, dass es der letzte Monat der Challenge sein wird (vielleicht geht doch noch ein bisschen mehr?!) sowie die schon erwähnten Videos von Stefany Fuson, die ich in dieser Zeit viel geschaut habe.

Wir vermissen keinen einzigen dieser 1.182 Gegenstände und bereuen es auch nicht, irgendetwas davon weggegeben zu haben.
Was ich in den zwölf Monaten der Challenge noch alles gelernt habe, lässt sich wie folgt zusammenfassen:
- Aufbrauchen: Kleinere bis keine Reserven haben. Bei allen Gegenständen, auch bei Kleidung. Nichts für mythisches „Später“ aufheben.
- Sachen gar nicht erst in die Wohnung lassen: Weniger einkaufen, aber auch Geschenke und hand me downs weitergeben (wenn man nicht gleich ablehnen kann), und das ohne schlechtes Gewissen.
- Deadlines definieren: Kleidung, die ich bis TT.MM.JJJJ nicht tragen werde, Bücher, die ich bis TT.MM.JJJJ nicht lesen werden, Sachen, die sich bis (in meinem Fall) Weihnachten nicht verkaufen werden etc., werden nach dieser Deadline verschenkt oder gespendet.
Und jetzt?
Am 15.11.2025 dachte ich mir: War’s das jetzt?
Ich habe mich an die Routinen rund um die 365-in-365-Challenge so sehr gewöhnt, dass sie mir echt abgehen würden. Und: Wir sind, trotz der ersten Erfolge und Erkenntnisse, längst noch nicht fertig. Die ersten Erfolge kann man wirklich nur als klein bezeichnen, denn 1.182 Gegenstände sind weg – und wir sehen keinen (an manchen Stellen höchstens kaum einen) Unterschied… Ja, aus zwei Geschenkkisten ist endlich eine geworden (die zweite beherbergt jetzt Sachen zum Verkaufen (außer Spiele, da sie zu groß und/oder voluminös für sie sind)) und da und dort ist etwas mehr Platz, aber im Grunde hat sich NICHTS geändert. Das hat uns sehr zu denken gegeben.
Umso wichtiger sind die Erkenntnisse, die wir zwölf Monate lang gesammelt haben. Daher…
Es geht weiter!
Das erste Jahr war damit nur der Einstieg, der uns die Augen öffnen sollte.
Es geht weiter, …
…diesmal aber mit einer Nettovariante.
Das heißt: Zwischen 16.11.2025 und 15.11.2026 sollen mindestens 365 weitere Gegenstände – diesmal jedoch netto gesehen – unser Zuhause verlassen. Dieses neue Ziel
- soll etwas herausfordernder sein (es muss jetzt getrackt werden, nicht nur, was die Wohnung verlässt, sondern auch, was gleichzeitig in die Wohnung reinkommt),
- uns stärker auf dem Weg zu unserem eigenen Minimalismus begleiten und
- uns weitere Erkenntnisse bringen, die uns auf diesem Weg noch mehr unterstützen.
Wünscht uns Freude und Erfolg bei der 365-in-365-Netto-Challenge! Ich werde berichten.
* Ich habe ChatGPT um eine Definition von thrifting (aus der Sicht der Verkäufer:innen) gebeten, hier ist, was er mir darüber erzählte:

** In einem ihrer Blogbeiträge erwähnte The Non-Consumer Advocate eine Vloggerin, Stefany Fuson („…the queen of overlooked sales!„), deren Lebensunterhalt vom Verkauf von Gegenständen über Onlineplattformen finanziert wird. Stefany sagt über sich selbst, dass sie Trash zum Cash macht. Ihre Videos haben mich inspiriert, im letzten Monat meiner 365-in-365-Challenge noch mehr Sachen auszusortieren und online zum Verkauf anzubieten. Ich änderte auch die Art, wie ich die Fotos von den zu verkaufenden Gegenständen mache (weißer Hintergrund – eine Wand -, was einfacher zu fotografieren ist, finde ich, und die Gegenstände besser darstellt). In meinem Fall geht es aber nicht um Gewinnerzielung aus Online Verkäufen, sondern eher um Verlustreduzierung sowie um Platzschaffung und Reduzierung. Die Verkäufe gehen zwar schleppend (ich bin weit von 30 Sachen bzw. 2.000 Euro entfernt), aber ich hoffe auf das Vor-Weihnachtsgeschäft. Danach werde ich die Sachen, die sich nicht verkauft haben, wie bisher, einfach weggeben (im Familien- und Freud:innenkreis verschenken und an Carla spenden).
*** inkl. zwei im Juli irrtümlich nicht gezählte Sachen